Sporthunde in Bewegung – Was fehlt ist oft der Schritt

Was ist los? Wieso wird so wenig Wert auf die Gangart „Schritt“ gelegt?

Immer wieder und das auch noch bei verschiedenen Gelegenheiten und in unterschiedlichen Zusammenhängen bekomme ich zu hören, dass „der eigene Hund einfach keinen Schritt könne“ – spannenderweise wird das dann auch gleich noch mit „langsam geht bei meinem Hund gar nicht“ gleichgesetzt. 

Schritt ist für mich eine der wichtigsten Gangarten und wird in der Realität und insbesondere im Hundesport viel zu selten genutzt.

In den natürlichen Bewegungen des Hundes ist der Schritt in den täglichen langen Phasen des Herumstöberns und Schnüffelns fest verankert und würde neben dem Trab einen großen Teil der täglichen Gesamtbewegung einnehmen.

Aber wie sieht es bei unseren Hunden aus? Wieviel bewegen diese sich tatsächlich im Schritt? Und wie sollte dieser aussehen?

Der Hund bewegt sich im Schritt in einem sauberen Viertakt – dabei werden die Bewegungen idealerweise wie in allen Gangarten von einer gut untertretenden Hinterhand über den gesamten Rücken nach vorne weitergegeben und dort von der gut nach oben vorne arbeitenden Vorhand aufgenommen.

Durch diesen Viertakt wird der Rücken ganz anders durch bewegt, als in den diagonalen Tritten des Trabs oder dem Dreitakt des Galopps. Dazu kommt, dass der Hund in einem sauberen und schreitenden Schritt bei leicht vorwärts – abwärts geneigtem Kopf auch seine Obere Verspannung nutzen kann, um den Rücken und dessen gesamte Muskulatur möglichst frei bewegen zu können.

Dieser Hund ist 15 Jahre alt …

Nur Muskeln, die auch in ihrem vorgesehenen Bewegungsspielraum genutzt werden, bleiben auch funktionsstark, oder?

… und wir sehen ein deutliches Untertreten im Schritt!

Was die sportlichen Aufgaben und Übungen betrifft glaube ich übrigens fest daran, dass es Sinn macht manche Übungen erst mal im Schritt zu festigen bevor man die Gangart erhöht. Das hat noch nicht mal immer etwas mit der Geschwindigkeit zu tun, sondern definitiv auch damit, dass der Hund im Viertakt ein ganz anderes Körperbewusstsein hat, als in den anderen Taktarten im Trab und Galopp. Ich möchte mir dies zu Nutze machen und dem Hund in vielen Übungen auch die Zeit und Ruhe geben sich in die Bewegungen einfühlen zu können.

Mache ich die Geschwindigkeit meines Hundes kaputt, wenn ich ihn auch im Schritt arbeiten lasse?

Diese Frage beantworte ich selber: GANZ sicher nicht!  Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun. Ganz im Gegenteil, gerade weil ich gezielt und individuell angepasst auf Übungen im Schritt zurückgreife, habe ich die Möglichkeit die schnelleren Bewegungen gezielt positiv zu beeinflussen. Man muss nur die Zusammenhänge der Bewegungen kennen und passend zum Hund nutzen. 

Muss ich meinen Hund einfach  nur ausbremsen und langsam machen, damit er Schritt geht? 

Nein, damit wäre das eigentliche Thema wohl verfehlt. Ich möchte auf Dauer keinen Hund der sich anspannt, weil er in seinen Bewegungen begrenzt wird und dabei ist es ganz egal, ob der Hund körperlich durch den Menschen, durch die Leine oder durch Geräte eingeengt wird. Achtet doch mal darauf, wann und bei welchen Gelegenheiten euer Hund den Schritt von selber anbietet – in einem normalen und guten Schritt wird er seine Beine nicht verkürzt setzen. Sein Kopf ist auch nicht in eure Richtung gewendet und sein Hals nach oben und zur Seite gestellt. Der Schritt in der Fußposition abgefragt wird ebenfalls eher von Anspannung, als von Entspannung geprägt sein. 

Schön wäre es tatsächlich, wenn der Schritt von Anfang im Bewegungsbild des Hundes und Sporthundes erhalten bliebe, oder? Denn von Natur aus, das weiß ich gehört er mit zum normalen Bewegungsrepertoir des Hundes.

Und jetzt mal ganz ehrlich, wie sieht es bei Euch aus? Können Eure Hunde Schritt gehen? Machen Sie das freiwillig? Seid ihr in der Lage diese Gangart in Übungen abzufragen?

Ich bin gespannt auf Eure Antworten 😄

Cavalletti sollten den Schritt nicht verkürzen 😉

5 Kommentare zu „Sporthunde in Bewegung – Was fehlt ist oft der Schritt

Gib deinen ab

  1. Hallöchen Britta 🙂
    ich versuche immer wieder SCHRITT einheiten einzubauen, vor allem in die Cavaletti Übungen
    Bei meinen Mini Hunden (28 cm und 4 kg) ist es aber tatsächlich so, dass sie sich da deutlich schwerer tun, wie früher meine Schäferhunde. Ich denke dass es damit zusammenhängt, dass sie tatsächlich auch in der freien bewegung extrem selten SCHRITT zeigen. Wahrscheinlich weil sie so klein sind, von baby an daran gewöhnt sind dass die Welt schneller unterwegs ist wie ihre eigene
    daher fällt es ihnen denke ich sehr schwer dieses Muster gezielt anzuwenden
    Im Freilauf zeigen sie einen richtigen Schritt nur wenn sie müde sind oder schnüffelnd unterwegs sind ansonsten eine Mischung aus Pass und hauptsächlich Trab

    Grüße

    Britta

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  2. Der Begriff „Untertreten“ bezieht sich auf das unter den Schwerpunkt tretender Hinterbeine. Nicht auf das Stehenlassen der Vorderpfote.

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    1. „Untertreten“ bezieht sich primär erstmal auf das „unter den Körper treten“ – je nach Bewegungsart (Gangart, Richtung, Steigung etc.) kann dabei in Richtung „unter den gerade aktuellen“ Schwerpunkt gesprochen werden.

      Aber wie kommst du darauf, dass es irgendwas mit einer fest stehenden Vorderpfote zu tun hat?!?!

      Hast du die Pfeilmarkierungen falsch verstanden? Die Pfeile markieren die Position der jeweiligen Vorderpfote und man sieht deutlich, dass diese nicht fest steht, sondern in der jeweils nächsten Sequenz bewegt wurde 🤔

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